The bear went over the mountain...

... and this is what she saw. My year in Seoul, South Korea.

Shoko, me and snowflakes


30 September, 2005

Alles Gute...

Wer ist der Mann des Tages?

A L E X

Er wird 21 Jahre alt, was ja in Deutschland kein besonderes Alter ist, doch in den USA dürfte er ab heute offiziell Alkohol trinken.

Ich wünsche Dir alles Gute und viel Glück für Deinen weiteren Lebensweg.

Susanne

28 September, 2005

~Happy Birthday!~

Today, BARI is the woman to celebrate.

She turns full 12 years and to that, let's fill the lemonade cups and wish her all the best in the world!

Sanne

27 September, 2005

Jang Dong-Gun

Gestern in meinem Sprachkurs haben wir gelernt, Menschen mit Attributen wie hübsch, hässlich, freundlich, gut aussehend, intelligent, seltsam, ... zu versehen. Hierbei hat meine Lieblingslehrerin, Cho SeonSaengNim, Portraits verschiedenster Personen gezeigt, und wir sollten Dinge sagen wie:
"Dieser Mann sieht lustig aus."
"Diese Frau sieht so aus, als hätte sie eine Gesichtsoperation hinter sich."

Da meine Lehrerin ein großer Fan von Jang Dong-Gun ist, einem sehr populären koreanischen Schauspieler, war natürlich auch ein Bild von ihm dabei.
Jang Dong-Gun kenne ich seit dem Tag, als ich in Seoul das erste Mal ins Kino gegangen bin. Das war mit Gitte und einer koreanischen Freundin, Yongshin. Es lief eine Werbung für OCN (ist ein TV-Sender), in der eben dieser Mann mitwirkt. Und zwar um ein hundertfaches verfielfältigt, trägt er schwarze Kleidung (ärmelloses Hemd!), eine bunte Schärpe um die Hüften (rot, blau oder gelb) und trommelt gewaltig vor sich hin. Ahhhh! Ich habe mich damals sofort in ihn verliebt!
Könnt ihr es mir verübeln, dass ich begeistert ausrief: "Woah, der schaut GUT aus!!!"
Yongshin sah mich daraufhin überrascht an und klärte mich auf, wer der Mann sei, und dass viele Koreanerinnen ihn ganz toll fänden.

Soviel habe ich also mit meiner Lehrerin gemeinsam.
Was wir nicht gemein haben ist die Tatsache, dass sie ihn schon einmal getroffen hat. Sie ist ihm in der Coex-Mall über den Weg gelaufen, und weil er ein sehr netter Mann ist, wie sie kräftig bestätigt, wann immer sie danach gefragt wird, unterhielt er sich sogar kurz mit ihr, und schüttelte ihr die Hand. Ihrer Hand habe ich natürlich meine Referenz erwiesen, als sie mir davon erzählte...

Nun, wir sind also beide verrückt nach diesem Schauspieler (ein sehr guter Film mit ihm ist "Chingu"), weshalb ich sie also gestern fragte, ob es denn möglich sei, dass ich das Bild abstauben kann. Da ich diese Frage auf koreanisch stellte, konnte ich das nicht ganz so flapsig sagen, wie ich es jetzt auf deutsch schreibe, doch begleitet mit einem Hundeblick und einem hoffnungsvollen Lächeln kam die Nachricht an. Cho SeonSaengNim grinste und gab mir am Ende der Stunde den Ausdruck. Ein sehr hübsches Foto, wie ich finde, und es wird in meinem Zimmer einen Ehrenplatz an der Wand erhalten!

Jang Dong-Gun
Momentan: 8/10

26 September, 2005

O Monica!

Heute vor 26 Jahren wurde meine Freundin


MONIKA


geboren.

Zu diesem besonderen Tag wünsche ich Dir alles alles Gute und viel Glück für Deine Zukunft in einer neuen Wohnung zusammen mit Deinem Freund Stefan und dem Herrn Packale!

°Susanne°

did you know... kilts

Kilts as we know them today were not 'invented' until the 18th to 19th centuries. They developed from belted plaids, which were worn around the 16th century by Highlanders.

So, in the movie 'Braveheart' (directed by Mel Gibson), the (in)famous scene where the Scotsmen raise their kilts to show their naked behinds to the English is pointblank fictitious, since the movie depicts historical ongoings of the 13th century. Plus, William Wallace (portrayed by Mel Gibson himself) and his men were not Highlanders, so they wouldn't have worn the belted plaids/ kilts anyway, even if the timeline had fit.

Today, some sevenhundred years ago (September 26th 1290), Margaret 'Damsel of Scotland' died, bringing to an end the line of the house of Dunkeld, which had reigned Scotland since 1043. Therefore, a new king had to be found, causing rivalries and quarrels between the clans which enabled the English (namely Edward I the Longshanks) to take advantage of the situation and get Scotland under English influence.

Thanks to DocM for her information on kilts.
Sources on William Wallace I took from this website: Highlanderweb

24 September, 2005

Humor, Komplimente, Kuchen und die Deutschen

Einen sehr anregenden Bericht über Studien der Deutschen durch ausländische Wissenschaftler könnt ihr hier lesen.

Unter anderem befasst er sich mit dem Verhalten der Deutschen, wenn sie Komplimente geben oder erhalten, und vergleicht dies mit dem Komplimentbrauch in Kamerun, sowie deutschen Begräbnissen im Vergleich zu Irland, Kaffee und Kuchen am Sonntag, und klassischer Musik.
Besonders herausstechend fand ich das Interview mit einem österreichischen Professor für Psychologie in Zürich, der zusammen mit britischen Kollegen deutschen Humor untersucht hat. So sagt er, dass Nonsens-Humor zwar aus England stammt, aber von den Deutschen am meisten gemocht wird. Deutlich mehr als von den Briten selbst. Und Nonsens ist ihm zufolge die Art von Humor, die mit den besten Persönlichkeitsmerkmalen einhergeht.
"Leute, die Nonsens von Monty Python, Gary Larson und die Titanic mögen, sind generell eher offen für neue Erfahrungen, interessieren sich für Fremdes, denken komplexer und sind kreativer."(1)

Ich habs ja schon immer gewusst!

(1) Quelle des Zitats:
http://www.sueddeutsche.de/wissen/special/921/43878/
index.html/wissen/artikel/555/60495/5/article.html

Zur Erleichterung

Damit ihr euch leichter tut mit den neuen Einträgen:

In diesem Post werde ich euch darauf hinweisen, wenn ich einen neuen Beitrag im Juli online gestellt habe.

Bis jetzt stehen auf meinem Blog:
- Insadong
- Coex Mall
- Everland
- Harry Potter
- Ninas Geburtstag
- Das Geheimnis wird gelüftet
- Treffen mit Freunden
- Noraebang
- Namdaemun Markt
- Idae
- Gyeongju
- *Busan* (19.7.05) (Fotos siehe Links!)

Wenn was neues dazukommt, füge ich es dieser Liste bei und markiere es *rot*. Dann könnt ihr euch auf die Suche machen.

...

ABGESCHLOSSEN!
Mehr wird im Juli nicht mehr dazu kommen.


Momentan: 9/10

23 September, 2005

nordkoreanische Schule

Heute war ich in einer nordkoreanischen Schule hier in Seoul. Wir haben den Direktor getroffen, der uns viele Informationen zu der Schule gab (mir nur aus zweiter Hand, denn ich habe von seinem Koreanisch leider nicht viel verstanden).

Die meisten Schüler, die dort unterrichtet werden, sind so um die zwanzig. Sie sind vor langen Jahren aus Nordkorea geflüchtet, und haben sich dann langsam ihren Weg nach Südkorea gebahnt. Die südkoreanische Regierung stellt Flüchtlingen aus dem Norden - soweit ich das richtig verstanden habe - ein Startgeld zur Verfügung, sowie günstige Wohnungen (in Seoul ist das z. B. im Westen der Stadt), damit sie nicht von Anfang an total untergehen. Allerdings haben die meisten keine oder fast keine Bildung genossen, und vor allem keinen Bezug zu ökonomischem Denken, denn in ihrem Heimatland hatten sie kein Geld, waren am Verhungern, und es gab auch keine Luxusgüter zu kaufen. Hier im Süden werden sie von allen Seiten mit Produkten bedrängt, und jede Werbung sagt ihnen, dies und das bräuchten sie unbedingt ... letztendlich geben sie ihr Geld dann für Dinge aus, auf die sie erstmal verzichten könnten, und haben aber keinen Reis zum Essen.
In der Schule, in der wir heute waren, versuchen die Lehrer, ihnen genau das beizubringen, und natürlich noch viele andere Dinge, zum Beispiel Mathematik, Englisch, Chinesisch - die meisten können diese Sprache allerdings schon sehr gut, da sie über China geflohen und dort längere Zeit untergetaucht sind, denn die chinesische Regierung arbeitet mit Nordkorea zusammen, und wenn sie Flüchtlinge erwischen würden, würden sie sie zurückschicken. Viele haben also einige Zeit in China verbracht, und auch dort gearbeitet, um zu überleben.
Von der Schule, die erst seit gut einem Jahr existiert, erfahren sie durch Hörensagen. Viele andere, ähnliche Schulen, die nordkoreanischen Flüchtlingen helfen, auf die Beine zu kommen, sind religiöse Einrichtungen, in denen es mehr darum geht, die Bibel zu studieren und das Gottesbild anzunehmen, das die Helfer haben. An dieser Schule ist einzigartig, dass das gerade nicht gemacht wird. Hier können sich die Menschen selbst für eine Religion entscheiden, es werden sozusagen keine Bedingungen gestellt, dafür, dass sie Unterricht bekommen. Das finde ich gut.
Die Schule ist die erste dieser Art in Südkorea, mittlerweile gibt es noch einige andere, aber sie war die erste.

Was ich dort mache?
Die Vorsitzende der Korean International Student Organisation (KISA) an meiner Uni, Lisa, hat mich nach dem Unterricht angesprochen, ob ich Lust hätte, den Jugendlichen von meinem Heimatland zu erzählen. Oberstes Ziel der Schule ist nämlich, dass sie spielerisch den "Kindern" andere Länder, Kulturen und Sitten beibringen, denn abgeschottet, wie sie in Nordkorea waren, haben sie davon nicht viel mitbekommen. Ich mache das zusammen mit einem Koreaner, der in Deutschland aufgewachsen ist. Zum Glück, denn dann kann er den Großteil des Sprechens übernehmen. So viel krieg ich in der fremden Sprache noch lange nicht hin, dass ich einen ganzen Tag mit fremden Menschen verbringen und ihnen einen Eindruck von Deutschland vermitteln kann!

Was wir machen, wissen wir noch nicht, auf jeden Fall ist unser Tag der 11. November, also Faschingsbeginn. Da Sang-Jin (mein Partner) aus Mainz kommt, wo zur Faschingszeit der Bär steppt und man auch schon am 11.11. kräftig feiert, werden wir sicher etwas in diese Richtung vorbereiten. Vielleicht verkleiden wir uns alle, laufen wie die wilden durch Seoul, klettern Bäume hoch und rufen:
"Ich bin ein Mellmolie!"

Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden!

~Happy Birthday~

Today's Amanda's 12th birthday,

and I wish her all the best on that special occasion.

May you get lots of nice presents and all the love in the world!

Sanne

the crookedness

so many wrinkles, so many turns
end of roads or houses
off centre and in time under buses
unbelievable understanding of unevenness
love of dirt and nothing with everything

20 September, 2005

Geburtstag die Dritte

Hier bin ich also wieder mit neuen Berichten vom 18. September 2005.
In der Nacht hatte ich mit meiner Freundin Bonnie ausgemacht, dass wir uns um ein Uhr nachmittags treffen wollen, um nach Namsan zu fahren, wo anlässlich des Chuseok ein Festival stattfinden sollte. JongMi ist auch mitgekommen. Ich habe die beiden im Sprachkurs letztes Semester kennengelernt.
Bonnie ist aus Hongkong, sie spricht Mandarin und Kantonesich, sowie Japanisch (alle Japaner, die sie kennen, sagen, sie klinge wie eine Muttersprachlerin) und Englisch. Koreanisch lernt sie gerade. Viele Sprachen, ist wahnsinn, nicht?!
JongMi ist aus Japan, aber Koreanerin. Das ist so ähnlich wie bei mir... ich bin aus Deutschland, aber Österreicherin. JongMis Eltern haben ihr Koreanisch nicht beigebracht, deshalb ist sie hier, um es zu lernen.
Das sind die beiden (zusammen mit den Maskottchen des Korean Folk Village, wo das Festival war):

Bonnie und JongMiWir hatten an dem Tag sehr viel Spaß. Es gab strahlenden Sonnenschein und die Temperaturen waren irgendwo zwischen 25 und 30 Grad. Das Wetter hat mir eben auch einen schönen Geburtstag gewünscht!

Mädchen im HanbokAuf dem Festival haben wir viele Menschen im traditionellen Kostüm (Hanbok) gesehen. Dieses kleine Mädchen war besonders süß...

Gezeigt wurde dort, wie die Menschen früher Essen und Getränke hergestellt haben. Da standen also Steinöfen, die noch richtig mit Holz beheizt werden, und in denen Schnaps und Deok hergestellt werden. Deok ist Reiskuchen, sehr sehr lecker!

Steinofen für SojuMit diesem hier wird Soju, der koreanische traditionelle Schnaps, hergestellt. Ich habe nicht probiert, ich glaube aber, man hätte probieren können.
In dem Aufsatz oben ist Wasser drinnen, das nach und nach abgeschöpft wird. Ich vermute, dass der Alkohol destilliert wird und dann über den Hahn in den Behälter fließt, während das Wasser einfach im großen Topf bleibt (soweit ich mich aus dem Chemieunterricht erinnern kann, destilliert Alkohol bei irgendwas mit 90+ Grad Celsius, während Wasser bei 100 Grad Celsius verdampft).

von Reis zu DeokAus dieser Reismasse wird Deok gemacht. Man kocht den Reis (das geht aber nur mit einer bestimmten Sorte), breitet ihn dann auf einem stabilen Untergrund aus, und hämmert fröhlich mit dem schweren Holzklöppel drauflos. Das hat den Kindern allen viel Spaß gemacht!
Wenn man den Reis zu einem schönen Brei geschlagen hat, wird der in Mundgerechte Stücke geteilt und zusammen mit Fichtennadeln (zumindest sahen die Teile so aus) in den Ofen gegeben, wo er fertiggekocht wird. LECKER!

YeodAuf dem Festival wurde auch meine Lieblings-Süßigkeit verkauft: Yeod.
Dazu gibt es eine lustige Referenz... als ich meinem Freund Wonyong erzählte, dass mir Yeod sehr lecker schmecke, sagte er mir, dass man auch das als Schimpfwort benutzen kann. Nach der Zahl 18, die ja in meinem Geburtstag vorkommt, könnte ich also sagen:
Wollen wir an meinem Geburtstag, dem 18., Yeod essen gehen?
Das wäre dann eine hübsche Beleidigung, denn wenn man jemandem sagt: "Iss Yeod!" dann heißt das soviel wie "Leck mich!". Das gilt natürlich nicht, wenn man tatsächlich diese kleine Köstlichkeit hat und sie jemandem anbietet, weil dann der Kontext anders ist. Koreanisch ist eine Kontextsprache.
Und das Wort für 18 ist ebenfalls ein sehr starkes Schimpfwort, das speziell Damen nicht in den Mund nehmen sollten.

Auf dem obigen Bild seht ihr übrigens Yeod, ob ihrs glaubt oder nicht. Obwohl es wie Steine in rötlichem Staub aussieht, kann man es durchaus essen. Es ist süß, und klebt einem an den Zähnen, aber es schmeckt sooooo köstlich!
Der Mann hat ein großes Stück Yeod, davon haut er mit einem Spachtel und Hammer kleine Stücke runter, die er in dem rötlichen Mehl wälzt, damit sie nicht aneinander kleben. Dann füllt er das ganze in eine Tüte und verkauft es hungrigen Leuten wie mir für 2000 Won.

gravierte Melone
Da Chuseok das Fest der Traditionen ist, gibt es haufenweise traditionelles Essen. In dem Korean Folk Village waren Gerichte ausgestellt, zusammen mit Früchten, die traditionellerweise gegessen werden. Besonders gut hat mir diese gravierte Melone gefallen...

Das koreanische Dorf ist eine Art Freilichtmuseum direkt am Namsan, ein kleiner Hügel/ Berg mitten in Seoul, auf dem der Seoul Tower steht. Auf den gehe ich im Oktober/ November hoch, denn noch ist er wegen Umbauarbeiten geschlossen. Als kleinen Vorgeschmack für euch schonmal ein Bild vom Turm in der Ferne:

Seoul Tower
Und für meine Mutter habe ich diese Töpfe fotografiert. In denen haben die Koreaner früher Kimchi eingelegt. Die Töpfe wurden dann so in der Erde vergraben, dass man den Deckel noch öffnen konnte, so blieb das Kimchi auch in der heißen Sommerzeit frisch. In kleineren Ausführungen dieser Töpfe wurden Gewürze und Tee aufbewahrt.

TöpfeIch wette, in unserem Garten würde sich so etwas als Blumentopf hervorragend machen!

Am Abend haben mich meine beiden Freundinnen noch zum Essen eingeladen, worüber ich mich sehr gefreut habe.
Im Überblick gesehen hatte ich also einen sehr schönen Geburtstag. Ich habe viele Emails mit Glückwünschen bekommen, und einige Telefonanrufe. Sogar meine Tante und mein Onkel aus der Schweiz haben angerufen, und wir haben eine Weile gequatscht.

Momentan: 5/10

19 September, 2005

Geschenke

Bis jetzt habe ich ganz hübsche Geschenke von meinen Freunden bekommen, die ich für euch abfotografiert habe, damit ihr meine Freude teilen könnt:

Von Nina habe ich eine total süße Postkarte mit einer Luchskatze drauf bekommen, und eine total schöne blaue Kette.

Kette und Katzenkarte von NinaAußerdem habe ich einen Gutschein für einen selbtgemachten Schweinebraten bekommen:

Gutschein von NinaVielen Dank dafür!

Von meiner Zimmernachbarin Christine habe ich einen gelben Bärenanhänger für mein Handy bekommen, der da auch jetzt schön dranbaumelt.

gelber Bär von Christine und Ninas KatzenpapierVielen Dank dafür, Christine!
Auf dem Bild seht ihr nochmal Ninas Geschenk, bevor ich es ausgepackt habe. Es war in sehr süßes Katzenpaper eingepackt!

Von Sain habe ich ein Duschgel aus Deutschland (SebaMed) bekommen, und eine schöne Schmetterlingsspange fürs Haar. Ganz lieben Dank!
Von Seoyoung habe ich die schönsten Katzenohrringe bekommen, die man sich vorstellen kann. Man sieht sie auch recht gut auf dem Foto. Herzlichen Dank, ich hab mich TOTAL gefreut!!!
Von Sains Freundin Juyeong (danke, Gitte!) bekam ich ein Set vom Bodyshop mit Duschgel, Bodylotion und einem Körperschwamm (in rosa!). Das kommt auch gleich zur Anwendung, vielen, vielen Dank!

Geschenke von Sain, Seoyoung und Juyeong
Aus zuverlässigen Quellen weiß ich auch, dass per Post von Vroni ein Geschenk unterwegs ist, und dass die Christina ihr Geschenk bei meinen Eltern deponiert hat, damit sie es mir mitbringen... was ja leider nicht geklappt hat, aber trotzdem bedanke ich mich schon jetzt dafür und bin sehr gespannt, was es wohl ist!

18 September, 2005

Gittes Einweihungsfeier / Geburtstag die Zweite

Auf Gittes Einweihungsfeier ihrer neuen Wohnung ging es stimmungsmäßig recht heiter zu. Es waren viele Leute aus vielen verschiedenen Ländern da, doch überwogen haben glaub ich die Koreaner.

geladene GästeDas Essen war sehr lecker, vor allem Jessicas Huhn-und-Kartoffeln Eintopf - mmhhhh, ein Traum eines jeden Kenners!

V.I.P. schneidet TorteNach viel Bier, Soju und Wein machten wir uns gemütlich auf den Weg ins gegenüber gelegene Noraebang (wir wollen ja keine Stresspusteln bekommen!), wo ein harter Kern bestehend aus sechs Leuten bis um halb vier oder so durchgrölte.
Um zwölf Uhr wurde ich mit einer LECKEREN Torte überrascht (immerhin war ich gerade ein viertel Jahrhundert geworden), auf der sogar Kerzen für einen Wunsch brannten.

Liebe Freunde, vielen Dank für alles!

- Susanne

Chuseok - was ist das?

Chuseok ist wohl das wichtigste Fest im koreanischen Mondkalender. Gefeiert wird es am fünfzehnten Tag des achten Monats des Mondkalenders und fällt somit immer auf den Vollmond (da würde sich Lupin aber freuen). Der Begriff übersetzt heißt "Herbstabend" und lässt sich am einfachsten für uns als eine Art Erntedankfest beschreiben.
An diesen drei Feiertagen (Chuseok fällt dieses Jahr auf den 18. September, also heute, was mein Geburtstag ist - und wieder habe ich es geschafft, diese Tatsache in einen davon unabhängigen Text einzubeziehen - und der Tag davor und danach sind ebenfalls frei) fahren alle Koreaner nach Hause zu ihren Familien, wenn sie können. Meine Zimmergenossin Christine zum Beispiel ist am Donnerstag schon nach Busan runtergefahren, wo ihre Familie mütterlicherseits herkommt. (Väterlicherseits kommt sie aus Hongkong, und ist in Kanada aufgewachsen, spricht also vier "Muttersprachen": Mandarin, Kantonesisch, Koreanisch und Englisch. Beindruckend, nicht?) Meine Freundin HyoRyung ist nach Daegu zu ihrer Familie, und das übrige Studentenwohnheim ist fast so leer wie die Thunfischdose, die ich gestern zu Mittag verspeist habe.
Im Prinzip bleiben alle Läden geschlossen, außer 24-Stunden-Läden, die das ganze Jahr geöffnet haben. Wahrscheinlich arbeiten an diesen Tagen Menschen, die es sich nicht leisten können, nicht zu arbeiten. Ich vermute auch stark, dass es in Korea keinen Feiertagszuschuss gibt...
Als ich hörte, dass gar die Mensen auf dem Campus dicht machen, hatte ich große Angst, dass auch sämtliche Restaurants geschlossen blieben, und so geriet ich letzte Woche in eine leichte Panik, denn was sollte ich meinen Eltern zu Essen anbieten, wenn sie kamen? (Damals wusste ich ja noch nicht, dass der Darm meines Vaters andere Pläne hat.) So fuhr ich entschlossen zum Walmart, wo ich Konservensuppen, Thunfisch, 15 Bagels, Philadelphia Streichkäse, Käse und Wurst sowie Fertigreis kaufte, den man in der Mikrowelle zubereiten kann - sowas habe ich nämlich im Studentenwohnheim, im Gegensatz zu einer Küche. Während ich einkaufte, hatte ich ein sehr schlechtes Gewissen, dass meine Eltern im schlimmsten Fall drei Tage lang Fertiggerichte essen würden müssen, aber was sollte ich machen? Doch von so etwas lässt sich meine Familie die Laune nicht verderben, meine Eltern freuten sich regelrecht schon auf die "Operation Chuseok".
Nun ja, letztendlich war mein erster Tag dieses Festes (also gestern) ein verschlafener Regentag. Ich stand erst um ein Uhr nachmittags von meiner Ruhestätte (Boden) auf, las weiter in meinem Geschichtsbuch über Korea, verbrachte ein bisschen Zeit online, und dann gings auch schon ab auf Gittes Einweihungsfeier ihrer neuen Wohnung/ ihres neuen Zimmers. Leider hat sie auch keine Küche, aber sie hat es sehr gemütlich! Das nächste Mal, wenn ich dort bin, muss ich unbedingt ihre selbstgemachte Lampe fotografieren, die sieht sehr toll und innovativ aus!
Mehr zur Einweihungsparty in einem anderen Eintrag.

Ein kleiner Nebensatz zu Chuseok:
An Chuseok arbeitet man nicht. Oder besser - an Chuseok arbeitet "Mann" nicht, denn Frau muss Unmengen köstlichen Essens zubereiten. Darüber haben sich am Freitag zwei meiner Freundinnen, Sain und Seoyoung, unterhalten. Sie finden das unfair, und ich kann ihnen nur zustimmen.
Meine Glanzidee: Zeitmaschine bauen und ca. 800 Jahre in die Vergangenheit reisen, um in der Umwälzung von Goryeo auf Joseon gegen die Statusänderungen der Frauen zu arbeiten. Dann wäre Korea heute eine sehr viel ausgeglichenere Gesellschaft, was die Position und Rezeption der Geschlechter angeht. Doch wir in Europa können uns da nun gerade selbst an der Nase fassen. Bei uns wars ja auch nicht anders, und hat sich (zumindest in Deutschland) erst mit der Bewegung des Feminismus in den 70er, 80er, und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts verändert.

Schlaflos

Ich kann nicht schlafen. Ich habe es versucht, doch es geht nicht. Ich bin erst um ca. vier Uhr vom Feiern heimgekommen, und dann habe ich den unteren, sehr langen Eintrag geschrieben, weil ich das endlich einmal loswerden musste. Danach habe ich mich auf dem Boden schlafen gelegt (meine Zimmernachbarin Christine ist über Chuseok nach Hause gefahren und so stör ich da niemanden), doch ich bin schlicht und ergreifend wach geblieben.

Deshalb schreibe ich wirres Zeug und warte darauf, dass es Zeit wird, sich mit Bonnie zu treffen. Wir haben heute Nacht im Noraebang ausgemacht, dass wir zusammen nach Namsang gehen (ein Stadtteil von Seoul, wo auch der Seoul Tower steht). Dort findet anlässlich Chuseok wohl ein Festival statt, das wir uns ansehen werden.
Wir treffen uns um eins.

Interessante Informationen

918-1392 n.Chr.: Goryeo-Dynastie (Ursprung des Namens Korea)

In dieser Zeit wurde in Korea Buchdruck mit beweglichen Metallbuchstaben erfunden (spätestens 1234, ca. zwei Jahrhunderte vor Gutenbergs Erfindung). Außerdem waren die beiden vorherrschenden Religionen dieser Zeit Buddhismus und Konfuzianismus, wobei der Buddhismus als Staatsreligion galt. Erst in der auf Goryeo folgenden Joseon-Dynastie (1392-1910) gewann der Konfuzianismus die Oberhand, was insbesondere die Rolle der Frauen in der Gesellschaft veränderte:

Im Goryeo-Zeitalter hatten Frauen eine relativ starke Rolle, denn Frauen teilten sich Erbrechte mit ihren männlichen Geschwistern, und Ehemänner wurden in die Familie der Frau willkommen geheißen, und nicht umgekehrt. Während der Herrschaftszeit der Joseon wurde die Rolle der Frau jedoch auf das Haus, den Haushalt und das Großziehen der Kinder beschränkt.

Goryeo heißt übersetzt "Hohe Berge und blitzende Gewässer" ("high mountains and sparkling waters").

Quelle:
Cumings, Bruce. Korea's Place in the Sun. A Modern History. New York: W. W. Norton & Company, 1997. 44-48.

Geburtstag die Erste

Liebe Freunde, da bin ich wieder.
Heute ist mein Geburtstag, ihr dürft mir gerne schöne Glückwünsche senden und tolle Geschenke dazu... was? Ihr habt nichts für mich?
Nun, auch gut.

Nach dem Fiasko am Donnerstag war ich mit der Welt erstmal ziemlich fertig.
Meine Eltern wollten mich ja eigentlich besuchen kommen, und zwar wären sie am Donnerstag von München aus weggeflogen und am Freitag hier in Seoul angekommen. Jedoch - das Schicksal spielt nicht immer so mit, wie wir uns es vorstellen, und so erhielt ich am Donnerstag gegen halb zwei oder zwei einen Anruf von meiner Mama. Sie sagte mir, dass sie und Papa nicht kommen werden... und war auch sonst ziemlich verplant, da sie nämlich gerade erst vom Krankenhaus heimgekommen war.
Am Vortag (also Mittwoch) hatte ich noch - wie ich dachte - ein letztes Mal mit meinen Eltern telefoniert, bevor ich ihnen am Flughafen um den Hals fallen konnte, um einige Dinge zu klären bezüglich des ich-sie-Abholens; da sagte mir meine Mutter, dass mein Vater über Bauchschmerzen klage, doch da er sehr gerne und gut isst, was sich auch auf seinen Paulanerfriedhof auswirkt (und zwar ordentlich), schob sie es wie üblich darauf, dass er vom Gulasch zu viel probiert habe, während er es kochte. Das Gulasch hat er für meinen Bruder gekocht, der für die zwei Wochen, in denen meine Eltern nicht zu Hause gewesen wären, auf die Großkatzen aufgepasst hätte. Man bemerke die Hypothetik in meinen Sätzen.
Ja, und um drei in der Nacht hat er (also mein Vater) meine Mutter aufgeweckt, weil er richtig starke Schmerzen hatte. Im Krankenhaus haben sie festgestellt, dass sein Darm entzündet ist. Jetzt wird er mit Medikamenten vollgepumpt, wird über die Nadel ernährt (vom Gulasch an den Tropf...) und muss mindestens eine Woche zur Beobachtung im Hospital bleiben.
Ich war den Rest des Donnerstages wie vor den Kopf gestoßen.

Während des abendlichen Sprachkurses habe ich kein Wort kapiert, und saß die meiste Zeit wie belämmert in der Gegend herum.
Vorgestern habe ich meinen Papa dann gleich im Krankenhaus angerufen. Er erzählte mir vom guten Essen (Forelle in Buttersoße mit Salzkartoffeln zum Mittagessen, Schweinsbraten zum Abendessen... wie die das über die dünne Nadel reinkriegen, bleibt mir schleierhaft; und dazu immer ein gutes, kühles Bier - ist eben ein bayrisches Krankenhaus). Abgesehen von seinen leicht ironischen Phantasteien (Anmerkung an Christina: jetzt habe ich das doch noch in den Absatz reinbekommen) geht es ihm aber gut, so konnte ich feststellen. Er erzählte mir, dass er keine großen Schmerzen habe, und sich mit seinen beiden Zimmernachbarn recht gut bequatsche, wenn ihnen langweilig ist.
So, nun steht es also auf Messers schneide, ob meine Eltern mich überhaupt noch besuchen kommen, denn mein Vater erhält am Montag eine Darmspiegelung. Die Ärzte sagen, es sei zwar nicht wahrscheinlich, denn es ist definitiv eine Entzündung da, doch man müsse auf Darmkrebs testen. Und glaubt jetzt bloß nicht, nur weil ich so ironisch schreibe (da ist das Wort ja schon wieder... wie mach ich das nur immer bloß?) gehe das spurlos an mir vorüber! Um ehrlich zu sein, kann ich gar nicht so genau beschreiben, wie ich mich eigentlich fühle, doch ich denke, dass ich ziemlich durch den Wind bin.
Um mich (und euch) aufzumuntern, erzähle ich euch eine interessante Geschichte:

Erst einmal möchte ich nochmal auf die Tatsache verweisen, dass mein Papa einen Tag vor dem Abflug mitten in der Nacht im Neuperlacher Krankenhaus eingesegelt ist, und es war auch noch kurz vor meinem Geburtstag. Auch diese Tatsache habe ich einmal mehr in einem Anflug von Genialität, ganz und gar unauffällig, in diesen Text eingefädelt (abgesehen mal davon, dass es groß und breit in der Überschrift steht...).
Nun zur eigentlichen Geschichte:
Vor ca. zweieinhalb Jahren (am 6. März 2003, um genau zu sein) - ach, was schreibe ich? Ich wollte doch bei Adam und Eva anfangen!
Noch einmal:
Vor ungefähr zweieinhalb Jahren erhielt ich von meiner Gastfamilie in der Stadt der brüderlichen Liebe eine Einladung zu Benjis Bar Bitzwah, und da man sowas nur einmal im Leben hat, beschloss ich spontan, mir vom Ersparten einen Flug zu buchen und für zwei Wochen rüber zu jetten. Da das große Ereignis am 15. März 2003 stattgefunden hat, buchte ich den Flug etwa eine Woche vorher. Die aufmerksamen Leser unter euch haben sicher schon längst das Datum meines Fluges erraten... ja, es wäre der 7. März gewesen (Hypothetik!), der Geburtstag meiner Mutter. Aus diversen Gründen konnte ich keinen späteren Flug bekommen, deshalb wollte meine Familie schon am 6. März abends anlässlich der Jugend meiner Mama fein ausgehen, was wir auch taten.
Ich hatte an dem Nachmittag gegen vier Uhr das erste Mal Schmerzen im Unterleib verspürt, die immer stärker wurden. Als wir vom Abendessen heimkamen (gegen 10:30 des nachts) war es so schlimm, dass ich wusste, wenn ich jetzt nicht ins Krankenhaus gehe, kann ich morgen garantiert nicht fliegen. Ich vermutete eine Blasen- oder Eierstockentzündung, was man relativ unkompliziert mit Antibiotika behandeln kann. Damit hätte ich schon abdüsen können, doch wie bereits schon vorher erwähnt, spielt das Schicksal nicht immer so mit, wie wir es uns gewünscht hätten.
Meine Mutter fuhr mich also ins Neuperlacher Krankenhaus, wo die Ärzte bald am Verzweifeln hinsichtlich meiner Sturheit waren. Ich war nämlich der Meinung, dass man seinen Blinddarm entweder im Kindesalter herausgeschnitten bekommt, oder gar nicht. Wie habe ich mich da getäuscht! Ich erklärte jedem, der es hören wollte (oder auch nicht), dass ich am nächsten Tag zu fliegen gedenke. Punkt. Und dass es nicht der Blinddarm sein kann. Punkt. (Auf dieses kleine, unverschämte und unnütze Organ haben die Ärzte nämlich sofort getippt, nachdem ich meine Leidensgeschichte vor ihnen ausgebreitet hatte.) Ich war entsetzt, als sie beizeiten nichts feststellen konnten und nach wie vor behaupteten, es müsse der Blinddarm sein und der müsse raus, vorzugsweise noch heute Nacht. Ahhhh!!!
Schließlich ließ ich einen der Gelehrten nah genug an meinen Bauch herankommen, dass er flott und ohne sich zu zieren die Probe aufs Exempel machen konnte: den sogenannten "Loslassschmerz". Das tut genauso weh, wie es sich anhört (und nach der neuen Rechtschreibung auch schreibt). Dem Opfer (im Volksmund auch als "Patient" bekannt) wird die rechte Seite des Bauches eingedrückt (bei mir wars zumindest die rechte... Christina? fachweibliches Wissen in Kommentaren erwünscht!), was nicht weh tut. Das meine ich jetzt gerade nicht ironisch, es tut tatsächlich nicht weh, ist nur unangenehm, eben wie wenn einem der Bauch eingedrückt wird. Auf meiner kalten Bahre liegend schrie ich innerlich schon "TRIUMPH!" denn ich dachte, ich hätte dem Arzt gerade bewiesen, dass die Blinddarmtheorie in der Tat eine Sackgasse sei. Und dann ließ er los.
Das Ding heißt nicht umsonst "Loslassschmerz", das kann ich euch sagen!

Danach sah ich es also ein, doch ich fragte den Onkel Doktor, der diese Probe sicher noch dreimal an mir machte (und dann noch einen Kollegen dazuholte, der sich selbst und eigenhändig-baucheindrückend-und-loslassend davon überzeugen musste), ob sie sich auch GAAAANZ sicher seien, dass es 100%ig der Blinddarm sei. Hey, ich lass mich doch nicht einfach auf gut Glück aufschneiden!
Das hätte ich vielleicht nicht fragen sollen, denn es veranlasste die beiden Quälgeister dazu, noch einmal den L-Schmerz auszuprobieren. Ich Depp ich. (Und ich wette, dass sie viel sanfter mit mir umgesprungen wären, wenn ich vorher nicht so viel Widerstand geleistet hätte. Die fanden das glaub ich SEHR amüsant.) Überdies brachte mir meine Frage folgende Antwort ein:
"Das kann man nie so genau sagen, aber des mach ma jetzt einfach mal so, da schneiden wir Sie hier, hier und hier ein bisschen auf (und er zeigte auf drei Stellen an meiner Wampe, an der ich heute noch Narben habe) und gucken mal rein, dann seh ma das schon."
Wie kann man sich nur so flapsig ausdrücken, wenn es darum geht, MICH AUFZUSCHNEIDEN??? Ihr könnt sicher alle nachvollziehen, dass ich davon weniger als begeistert war, aber mir blieb wohl nichts anderes übrig. So zog man mich vollends aus, machte ein EKG, maß dies und das, erklärte mir und meiner Mutter, dass ein erhöhtes Risiko während der OP (= Susannes Bauch aufschneiden) vorlag, da ich nicht nüchtern sei, gab mir dies und jenes zu unterschreiben, zog mir oberscharfe Trombosestrümpfe an und ein Krankenhausnachthemd, und fuhr mich in Richtung "Pavillon". Das war damals ein Neubau im Krankenhaus, ein ganz neuer OP-Saal, wie mich einer der netten Pfleger, der meine Liege schob, aufklärte. Er sagte meinem zitternden Selbst (die Zähne schlugen mir aufeinander, und ich konnte es nicht kontrollieren, was mir ziemlich peinlich war), dass das Glück brächte und ich keine Angst haben bräuchte. Dafür bin ich ihm noch heute dankbar!
Meine Mama durfte bis zum Eingang in den "Pavillon" mitlaufen, dann zeigte eine Schwester ihr wohl noch das Zimmer, wo sie mich dann hinfahren würden, und ich wurde weiter meinem Schicksal entgegengesteuert. Im OP sagte der Anästhesist zu mir, ich bekäme nun gleich das Narkosemittel gespritzt, und ich solle doch mal bis zehn zählen. Meine letzte Chance zur Flucht war gekommen, ich rechnete mir aus, dass sie mich nicht operieren können würden, wenn ich nicht "einschliefe", also zählte ich determiniert bis - zwei.
Aufgewacht bin ich wie durch einen Gong, der neben meinem Kopf geschlagen wurde. GONG. Ich war voll da (geistig) und wusste wo ich bin (im Aufwachraum) und dass ich operiert worden war und dass der Schmerz im Bauch wegwar, dass sie also wohl den Übeltäter gefunden und entfernt haben mussten. Und ich spürte die Stellen, wo ich aufgeschnitten worden war. Nicht schön.
Ich lag auf der linken Seite und sah niemanden, konnte mich auch nicht rühren, wusste aber, dass irgendwo jemand sein musste. Die konnten mich doch bitte nicht alleine lassen. Ich hab euch ja gesagt, dass ich geistig voll da war! Nun wollte ich mich bemerkbar machen, brachte aber nichts heraus. Deswegen grunzte ich einmal kräftig; sofort kam eine Schwester von hinter mir. Danach war ich immer wieder da und weg, die Nacht war furchtbar, da die Anästhesie in die Nerven geht und sich auf dem ganzen Rücken ausbreitet, wodurch ich kaum liegen konnte. Aufs Klo musste ich auch (die haben mir die Kochsalzlösung nur so literweise reingepumpt), doch da die Bettpfannen aus Metall waren, zog sich mir gleich alles zusammen von der Kälte und ich konnte nicht. Musste also bis zum Morgen warten, der mit strahlendem Sonnenschein kam. Ich bin wohl gegen Ende der Nacht doch noch eingeschlafen, denn als ich aufwachte, saßen meine Zimmergenossinen schon beim Frühstück. Ich setzte mich auf, sah aus dem Fenster und verkündete glücklich:
"Ah, die Sonne scheint, es ist so schön, dass es nicht mehr Nacht ist!" Dafür erntete ich seltsame Blicke von den beiden und der Schwester, die sich im Zimmer befand. So wie man jemanden ansieht, der gerade eine Maus verdrückt hat und sich für den guten Braten bedankt. Auf jeden Fall war ich putzmunter und lebendig, meine Eltern kamen in der Früh und holten mir eine Karte für das Telefon, sodass ich auch erreichbar war, und weil es ja der Geburtstag meiner Mutter war, riefen tausend Leute bei uns zu Hause an, um ihr zu gratulieren. Ihnen allen wurde natürlich haarklein von der armen Susanne mit Not-OP im Krankenhaus berichtet, wodurch ich nach einigen Stunden wie der Maharaja mit untergeschlagenen Beinen aufrecht in meinem Bett saß und wie beiläufig nach dem nicht still werdenden Hörer griff. Ah, das tat meiner Seele wohl! All die Mitleidsbekundungen und Genesungswünsche! Ich kann jedem nur empfehlen, der sich den Blinddarm heraus operieren lassen muss, dies am Geburtstag eines nahen Verwandten zu tun. Das garantiert einem VIEL Aufmerksamkeit!
Als der Chefarzt zur Steppvisite kam, hinter sich eine Traube von lernbegierigen Studenten, fand er mich in eben dieser Stellung vor. Es war Freitag, wohl so gegen zwölf (ich kann mich nicht mehr genau erinnern), und nach einem schnellen Blick in mein Krankenblatt fragte er mich irritiert, wann ich denn operiert worden sei. Ich gab ihm gutgelaunt zurück (die Sonne schien ja!):
"Gestern Nacht!" und er und seine Studenten begutachteten mich mit neugewonnenem Respekt und Interesse. HA! denen hab ichs gezeigt! Einen Patienten so schnell wieder auf den Beinen zu haben kriegen die wohl nicht sehr oft zu sehen. Leider war ich nicht schnell genug genesen, um doch noch ostwärts über den großen Teich zu fliegen, aber immerhing bin ich am Montag schon wieder entlassen worden. War ja auch recht langweilig, das ewige Rumsitzen und zerstampfte-Schonkost-essen ist nichts für mich.

Nun ja, lange Rede kurzer Sinn: sind euch die Parallelen zu meinem Vater aufgefallen?
Jetzt sitze ich also hier und bete, dass es bei der Darmentzündung bleibt und die bald abklingt.
Ich wünsche meinem Vater alles Gute und gute Besserung!

Der Bär

Momentan: 1/10

17 September, 2005

Yune in München

Meine Freundin Yune, die mir und Gitte am Anfang unseres Koreaaufenthaltes mit Rat und Tat zur Seite gestanden hat (vom Flughafen abholen, Handy besorgen, Bankkonto eröffnen, nett zu uns sein, uns zu sich nach Hause einladen, uns tolle Restaurants zeigen ... ), ist nun in München.

Sie wird dort ein Jahr studieren, und zwar in der Abteilung für Komparatistik der LMU. Sie ist unser Pendant des Austauschprogrammes, das das Komparatistikinstitut mit der SNU (Seoul National University) angeknüpft hat.
Zuerst war sie in Weimar, um einen Sprachkurs zu machen. Dort hatte sie einen Lehrer, der die koreanische Küche liebt (ein Leckermäulchen also). Eines Tages kochte ihre Gruppe dort international, und Yune machte leckeres Kimbab.

Kimbab schon aufgeschnitten
Das Kim (getrockneter Seetang in gepresster Form, sodass daraus eine Art dünnes Papyrus wird) bekam sie vom Lehrer, dann ging sie in einen normalen deutschen Supermarkt und kaufte alles, was lecker aussah. Das rollte sie zusammen mit dem Reis ins Kim ein und voilà - köstliches Kimbab entstand. Sie erzählte mir am Telefon, dass sie nicht genau determinieren konnte, ob es den anderen Kursteilnehmern geschmeckt habe, doch sie stopfte sich so richtig voll, denn so weit in der Ferne geht einem das heimische Essen halt doch ein bisschen ab! (Abgesehen mal davon ist Kimbab sehr, sehr lecker!)

Anfang September dann ging sie nach München, wo sie von meinem Vater mit dem Cabrio abgeholt wurde. Sie schreibt darüber auf ihrem Blog.
Von meinen Katerles Theresa und Cleopatra ist sie auch ganz begeistert, überdies von unserer gemütlichen Hängematte, die wir im Sommer zwischen zwei Fichten hinterm Haus aufspannen. Dort hat sie sich einmal ein Buch aus meinem Bücherregal ausgeliehen (eins aus der Harry-Potter-Serie - gute Wahl!) und legte sich in die Hängematte, wo sie dann auch prompt einschlief. Das haben Hängematten so an sich.

Liebe Yune, ich wünsche Dir viel Glück und sehr viel Spaß in München, wo wir uns spätestens im Dezember wiedersehen werden! Und kraul meine Katzen schön hinter den Ohren, wenn Du sie das nächste Mal siehst.

letztes Treffen in Seoul
Yune hat jetzt auch einen Blog über ihren Aufenthalt in Deutschland, den ihr wie immer über die Links erreichen könnt.

16 September, 2005

The Prophet of Doom turns 63

Today is my host father Stephen's 63rd birthday.
I wish you all the best and may it be another 63 years!


His nickname he got from a newspaper after September 11, 2001, when he gave an interview on terrorism (that's what he teaches at the University of Pennsylvania) titled 'The Prophet of Doom'. The article featured a very characteristic picture of him with his pipe in his hand.
When Sarah, his daughter, then about five years old, asked her older brother what the heading said, he read it to her. The summer succeeding these events, Sarah was at camp when the daughter of M. Night Shyamalan, who happened to go to the same camp, wanted to make friends with her, telling her:

"My daddy makes movies."

And Sarah answered:

"My dad's the Prophet of Doom."

15 September, 2005

Happy Birthday!

Happy Birthday SYLVIA!

My host mum's little sister turns ... I won't say!

Love,
Zany

11 September, 2005

Happy Birthday, Hitomi!


It's Hitomi's Birthday today!!!
She does not look like it, but she turns 28.

I wish her a very happy birthday!

Susanne

10 September, 2005

my Bonnie is over the ocean

Happy Birthday!
September is full of birthdays...
Today, my friend Bonnie from Hongkong turns 38.

Happy Birthday to you!

Lots of love and all the best wishes,
Susanne

Influences of Korean weather

Winter:
Very cold (just like in Germany);
with the air being very, very dry, wich caused my soft, fine hair to crack and split on all ends.

cure:
Mix some olive oil with mayonnaise, apply to clean hair (no conditioner), then wrap aluminium foil around your hair and let stay over night. Not recommended when roommate is in (it stinks).

Summer:
Very hot (YES!!!);
very humid, which caused my facial skin to dry out completely. I was more susceptible to pimples and the tiny white dots that don't do anything, really, but don't look nice.

cure:
Put two bags of chamomile tea in a large bowl, pour hot/ boiling water and add cold water until you feel comfortable when placing your head over the bowl, covering your head and the bowl with a towel. Breathe in hot steam and let it penetrate your face. Good for respiratory passages and skin.
Not recommended: if the water is too hot, you might burn your eyes. So be careful! Take it easy until you found out which temperature suits you best.
Do each time for at least five minutes, 10 to 15 is better.

positive side-effects:
Very relaxing!

01 September, 2005

Sain hat Geburtstag!

Alles Gute zum Geburtstag!
Liebe Sain,
Ich wünsche Dir ganz herzlich alles gute zum Geburtstag!
Möge die Macht mit Dir sein. Immer.

Hehe.
Deine Susanne


Sain

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